Biographie
Im Mai 2018 fand in Birobidzhan eine Massenrazzia auf friedliche Gläubige statt. Die Operation mit dem Codenamen "Tag des Gerichts" umfasste 150 Strafverfolgungsbeamte. Dmitrij Zagulin wurde beschuldigt, die Aktivitäten einer extremistischen Organisation finanziert zu haben. Viereinhalb Jahre später befand das Gericht ihn schuldig und verurteilte ihn allein wegen seines Glaubens an Jehova Gott zu dreieinhalb Jahren Haft.
Dmitri wurde 1973 in Chabarowsk geboren. Er hat einen jüngeren Bruder. Als Kind wollte Dmitri zur Armee gehen, also widmete er sich Kampfsporten und Fallschirmspringen.
1991 begann Dmitrij, die Bibel zu studieren. Dies veranlasste ihn, seine Lebenseinstellung zu überdenken. Bald schrieb er einen Antrag, den Militärdienst durch einen alternativen zivilen Dienst zu ersetzen. Damals konnte die Weigerung, in der Armee zu dienen, zu einer strafrechtlichen Verfolgung führen, doch das Unerwartete geschah: Der Inspektor des Militärregistrierungs- und Dienstamtes notierte in seiner persönlichen Akte: "Aussetzen, bis das ACS-Gesetz [alternative zivile Dienst] verabschiedet ist." Dmitri erinnert sich, dass er damals vielleicht noch nicht bereit für eine Haftstrafe war, und betrachtet, was passiert ist, als echtes Wunder.
Dmitrij absolvierte das Eisenbahnverkehrskolleg und arbeitete viele Jahre für das Russische Eisenbahnunternehmen. Er galt als wertvoller Mitarbeiter der Abteilung, was durch zahlreiche Auszeichnungen und Geschenke bestätigt wurde. Nach den Durchsuchungen im Mai 2018 teilte der Chef Dmitri mit, dass der FSB zu ihm gekommen sei und verlangt habe, dass er den Gläubigen entlässt, doch der Chef bürgste für ihn. Im November 2021 wurde Zagulin jedoch im Zusammenhang mit der Klage entlassen, was dies auf Wunsch des FSB erklärte.
1998 zog Dmitrij aus familiären Gründen nach Birobidschan, wo er bis heute lebt. 2012 heiratete er Tatyana.
