NAME: Roslova Marina Valeriyevna
Geburtsdatum: 9. Dezember 1967
Aktueller Stand in der Strafsache: Angeklagter
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation: 282.2 (2), 282.2 (1.1)
Derzeitige Einschränkungen: Anerkennungsvereinbarung

Biographie

Im März 2023 wurde Marina Roslova aus der fernöstlichen Hafenstadt Wladiwostok wegen ihrer friedlichen religiösen Ansichten verfolgt.

Marina wurde im Dezember 1967 in Chabarowsk am Ufer des Flusses Amur an der Grenze zu China geboren. Später zog die Familie nach Partizansk, das 800 km von ihrer Heimatstadt entfernt liegt. Marinas Mutter arbeitete im Handel, ihr Vater war in der Autoindustrie und später in einem Bergwerk beschäftigt. Die Eltern sind nicht mehr am Leben.

Marina war ein Einzelkind. Seit ihrer Kindheit liebte sie Bücher, spielte Klavier und Gitarre. Nach der Schule zog sie nach Wladiwostok, wo sie an einer Musikschule ihren Abschluss als Konzertmeister machte. In den letzten Jahren hat sie in einem Reinigungsdienst gearbeitet. Sie liebt es immer noch, Bücher zu lesen, vor allem Klassiker aus dem Krimi-Genre.

Marina lernte ihren Mann in Wladiwostok kennen. 1988 heirateten sie, ein Jahr später bekamen sie einen Sohn. 1992 starb ihr Mann auf tragische Weise und sie musste ihren Sohn alleine großziehen. Er ist ein professioneller Koch.

In den 1990er Jahren begann Marina, sich mit der Bibel zu beschäftigen. Sie war beeindruckt, dass dieses Buch genau, harmonisch und konsistent ist, wie ein Musikstück, sowie logisch und selbsterklärend. 1998 wurde sie Zeugin Jehovas.

Angesichts der strafrechtlichen Verfolgung versucht Marina, positiv zu bleiben. Verwandte und Freunde sind ratlos, was passiert.

Fallbeispiel

Nach den Hausdurchsuchungen und Festnahmen in Wladiwostok im März 2023 wurde Jegor Pogrebnjak unter Hausarrest gestellt, Jurij Bytsche und Sergej Nowossjolow kamen ins Untersuchungsgefängnis. Wenig später wurden auch Tatjana Kasakowa, Marina Roslowa, Anastassija Dyldina, Jelena Romanowa, Tatjana Maz (das Verfahren wurde abgetrennt) und Alina Tkatschenko (das Verfahren eingestellt) zu Beschuldigten in dem Strafverfahren wegen Extremismus erhoben. Im Dezember fanden erneut Hausdurchsuchungen statt, nach denen Kirill Tschekolaew festgenommen wurde. Er verbrachte etwa 5 Monate im Untersuchungsgefängnis, Nowossjolow und Bytsche fast ein Jahr. Alle drei wurden unter Einschränkung bestimmter Handlungen freigelassen. Im April 2025 wurde Anklage gegen Anatoli Baranow und Kirill Krymski erhoben. Ihnen sowie Dyldina und Pogrebnjak wurde zusätzlich die Finanzierung extremistischer Aktivitäten zur Last gelegt. Im Juni kam das Verfahren vor Gericht.
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