Biographie
Im September 2022 drangen bewaffnete Ermittlungsbeamte in die Wohnung von Maxim Latsko ein und führten dort eine Hausdurchsuchung durch. Später wurde der Mann mehrfach als Zeuge in den Strafverfahren gegen seine Mitgläubigen vernommen. Im Juli 2026 begann nun auch gegen ihn selbst die Strafverfolgung.
Maxim wurde im März 1983 in Moskau geboren. Er hat eine jüngere Schwester. Als Maxim noch ein Kind war, zog die Familie nach Tscheljabinsk. Seine Mutter Ludmila war viele Jahre lang als Buchhalterin tätig. Kurz vor ihrer Pensionierung arbeitete sie als Sozialarbeiterin – diejenigen, denen sie half, schätzten sie für ihre Freundlichkeit und aufrichtige Fürsorge.
In seiner Kindheit fuhr Maxim gern Fahrrad, sammelte mit seinem Großvater Pilze im Wald und ging Skifahren. Spaziergänge im Wald bereiten ihm bis heute Freude.
Nach der Schule besuchte Maxim das Juristische Kollegium in Tscheljabinsk und erhielt ein Diplom als Manager für Hotelserviceorganisation. Er arbeitete zunächst als Portier in einem Hotel, wechselte dann in die Abteilung für Gebäudemanagement. Zuletzt war er als Hilfsarbeiter in einem privaten Unternehmen tätig, das Milchprodukte herstellt.
Zuerst begann Maxims Mutter in der Familie, die Bibel zu studieren, später folgte er ihrem Beispiel. „Als ich zum ersten Mal an einer [gottesdienstlichen] Zusammenkunft der Zeugen Jehovas teilnahm, war ich beeindruckt von der Atmosphäre dort“, erzählte Maxim. „Die friedliche, freudige und angenehme Stimmung hat mich selbst mit Frieden und Freude erfüllt.“ Ein biblischer Gedanke, der Maxim von der Zuverlässigkeit dieses Buches überzeugte, war die Aussage, dass die Erde „an nichts hängt“. Ihn beeindruckte, dass diese Äußerung lange vor der Entdeckung des Gesetzes der universellen Gravitation niedergeschrieben wurde. Im Jahr 2001 ließ sich der junge Mann taufen.
Latsko absolvierte den alternativen Zivildienst in Jekaterinburg als Maschinenführer im Lagerbereich eines Transportunternehmens. In dieser Zeit war er allein in einer fremden Stadt. Mitgläubige halfen ihm, sich einzuleben, einige wurden für ihn wie Familie. In Jekaterinburg lebte Maxim sechs Jahre; aus familiären Gründen kehrte er Ende 2009 nach Tscheljabinsk zurück.
Das Strafverfahren brachte für Maxim Unsicherheit. „Oft ergreift mich die Sorge, weil ich nicht weiß, was vor mir liegt“, sagte er.
