Igor Schmidt am Tag seiner Entlassung aus dem Straflager. September 2026
Igor Schmidt am Tag seiner Entlassung aus dem Straflager. September 2026
Ein weiterer Zeuge Jehovas aus der Krim, der wegen seines Glaubens verurteilt wurde, ist freigelassen worden.
KrimAm 7. September 2026 wurde der 54-jährige Igor Schmidt aus Sewastopol freigelassen, nachdem er eine sechsjährige Haftstrafe vollständig verbüßt hatte. In das Straflager kam er wegen religiöser Zusammenkünfte, bei denen Gläubige die Bibel besprachen, Lieder sangen und beteten.
Das Urteil trat im Januar 2022 in Kraft. Igor verbüßte die vom Gericht verhängte Strafe in Strafvollzugsanstalten der Region Rostow. „Der Entzug der Freiheit ist schon eine große Herausforderung“, erinnert sich Igor. „Man wird seiner gewohnten Annehmlichkeiten beraubt, aus dem gewohnten Umfeld herausgerissen. Alle Pläne werden zerstört, man muss sich neu einstellen.“
Während der gesamten Haftzeit – sowohl im Untersuchungsgefängnis als auch im Straflager – wurde Igor stetig von Freunden und Mitgläubigen unterstützt. „Das liebevolle Bruderband hat mich keinen einzigen Tag allein gelassen“, beschrieb er. „Ich erinnere mich, wie der Leiter der Operativen Abteilung im Untersuchungsgefängnis mit einem großen Paket voller Briefe zu mir kam und sagte: ‚Ich möchte diese ,Berühmtheit‘, der aus aller Welt geschrieben wird, persönlich kennenlernen.‘“
Wegen der Extremismusparagraphen wurden auf der Krim bereits mehr als 38 Zeugen Jehovas strafrechtlich verfolgt. Davon wurden 15 Personen zu sechs oder mehr Jahren Straflager verurteilt.

