Irina Schischkina am Tag des Urteils. Juni 2026.

Irina Schischkina am Tag des Urteils. Juni 2026.

Irina Schischkina am Tag des Urteils. Juni 2026.

Ungerechte Urteile

Irina Schischkina aus Prokopjewsk erhielt eine Bewährungsstrafe. Vor weniger als einem Monat wurde ihr Mann für 6 Jahre ins Straflager geschickt.

Gebiet Kemerowo

Text aktualisiert am 20. Juli 2026.

Am 29. Juni 2026 verhängte das Rudnitschni Bezirksgericht von Prokopjewsk eine Strafe gegen die 56-jährige Irina Schischkina wegen ihrer Teilnahme an friedlichen Gottesdiensten. Dasselbe Gericht hatte Anfang Juni ihren Ehemann, Wasilij, wegen ähnlicher Vorwürfe hinter Gitter gebracht. Nach präzisierten Angaben wurde Irina zu vier Jahren auf Bewährung mit einer Probezeit von 2,5 Jahren verurteilt.

„Wenn der Glaube einen Menschen ehrlich, friedlich, gesetzestreu und fürsorglich gegenüber anderen macht – wo liegt dann seine Gefährlichkeit?“, wandte sich Irina mit dieser Frage an das Gericht. In ihrem Schlusswort brachte sie zudem ihre Haltung zum Vorwurf zum Ausdruck: „Ich habe niemandem geschadet, nicht zu Gewalt aufgerufen, die öffentliche Ordnung nicht verletzt. Ich habe lediglich die Bibel gelesen, gebetet, über Gott gesprochen und versucht, so zu leben, wie Jesus Christus es lehrte.“

Die Strafverfahren gegen Irina und Wasilij liefen parallel: Rund zwei Jahre wurden in ihrem Haus ihre Gespräche abgehört, im Januar 2025 fand bei ihnen eine Hausdurchsuchung statt. Zunächst trat Irina als Zeugin im Verfahren gegen ihren Mann auf, weshalb ihnen der gegenseitige Kontakt untersagt wurde – fast anderthalb Jahre mussten die Eheleute getrennt leben. Gegen Irina selbst wurde im Dezember 2025 ein Strafverfahren eingeleitet.

Ein solches Vorgehen – zunächst Anklage gegen ein Familienmitglied, dann gegen weitere – wird bei Strafverfolgungen gegen Zeugen Jehovas bereits seit mehreren Jahren angewendet.

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Fall Schischkina in Prokopjewsk

Fallbeispiel
Die Bewohnerin von Prokopjewsk, Irina Schischkina, wurde nach ihrem Ehemann Wassili strafrechtlich verfolgt. Im Januar 2025 fand bei ihnen zu Hause eine Hausdurchsuchung statt, und Wassili wurde unter Hausarrest gestellt. Ein Jahr später warf die Ermittlungsbehörde Irina Extremismus vor, weil sie im Freundeskreis die Bibel las und besprach. Ihr wurde eine Haftverschonung unter Auflagen auferlegt. Ende Februar 2026 gelangte der Fall vor Gericht. Vier Monate später sprach die Richterin das Urteil aus – 2 Jahre und 6 Monate auf Bewährung.
Chronologie

Angeklagte in dem Fall

Zusammenfassung des Falles

Region:
Gebiet Kemerowo
Siedlung:
Prokopjewsk
Woran besteht der Verdacht?:
„nahm regelmäßig an der Durchführung religiöser Versammlungen teil“ (aus dem Beschluss über die Einleitung des Strafverfahrens)
Aktenzeichen des Strafverfahrens:
12502320012000160
Eingeleitet:
18. Dezember 2025
Aktueller Stand des Verfahrens:
Das Urteil ist rechtskräftig geworden
Untersuchend:
Ermittlungsabteilung für die Stadt Prokopjewsk der Ermittlungsbehörde des Ermittlungsausschusses der Russischen Föderation für das Gebiet Kemerowo – Kuzbass
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation:
282.2 (2)
Aktenzeichen des Gerichts:
1-197/2026
Gericht erster Instanz:
Рудничный районный суд Прокопьевска Кемеровской области
Richter am Gericht erster Instanz:
Эдуард Фурс
Fallbeispiel
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